Zum Magazin
    Handwerksabsicherung — Der kostenlose Struktur-Check
    Zurück zum Magazin
    Vorsorge 11 Min.September 2026

    PKV für selbstständige Handwerker: Für wen lohnt sich der Wechsel?

    GKV oder PKV? Wir erklären, für welche selbstständigen Handwerker die private Krankenversicherung interessant sein kann – und wann die gesetzliche Kasse die bessere Wahl ist.

    Ein Beispiel aus dem Handwerker-Alltag

    Stell dir vor: Du bist selbstständiger Meister, führst deinen Betrieb, und jeden Monat wandert ein ordentlicher Betrag an die Krankenkasse. Am Ende des Jahres schaust du auf deine Beiträge und fragst dich, ob die private Krankenversicherung (PKV) für dich die bessere Lösung wäre.

    Diese Frage stellen sich viele selbstständige Handwerker – und sie ist absolut berechtigt. Wer selbstständig ist, zahlt seine Krankenversicherung komplett selbst, es gibt keinen Arbeitgeberanteil. Da fällt jeder Beitrag besonders ins Gewicht.

    Aber die Entscheidung zwischen GKV und PKV für Selbstständige darf nicht allein vom heutigen Monatsbeitrag abhängen. Mindestens genauso wichtig sind dein Alter, dein Gesundheitszustand, deine Familienplanung, die Stabilität deines Einkommens und der Leistungsumfang, den du dir wünschst.

    Für wen kann sich die PKV als selbstständiger Handwerker lohnen? Kurz gesagt: für gesunde, gut verdienende Handwerker ohne große Familienplanung, die mehr Leistung und Flexibilität suchen und langfristig mit einem stabilen Einkommen rechnen. Ob das auf dich zutrifft, klären wir in diesem Beitrag Schritt für Schritt.

    Inhaltsverzeichnis

    • Wer kann als selbstständiger Handwerker überhaupt in die PKV wechseln?
    • Für welche selbstständigen Handwerker kann sich die PKV lohnen?
    • Wann ist die GKV möglicherweise die bessere Wahl?
    • PKV vs. GKV für selbstständige Handwerker im Vergleich
    • Was kostet die PKV für selbstständige Handwerker?
    • Besonders wichtig für Handwerker: Krankentagegeld
    • PKV im Handwerk: Nicht nur auf den Monatsbeitrag schauen
    • Welche Nachteile kann die PKV für selbstständige Handwerker haben?
    • PKV für Handwerksmeister: Ein Beispiel
    • Diese 7 Fragen solltest du dir vor einem Wechsel stellen
    • Fazit: Für wen lohnt sich die PKV als selbstständiger Handwerker?
    • Häufige Fragen

    Wer kann als selbstständiger Handwerker überhaupt in die PKV wechseln?

    Selbstständige haben bei der Krankenversicherung grundsätzlich andere Zugangsvoraussetzungen als Angestellte. Ein Angestellter kann nur unter bestimmten Bedingungen in die PKV wechseln – etwa, wenn sein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Für Selbstständige sieht das anders aus.

    Wer voll selbstständig ist und nicht mehr als Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt war, kann sich grundsätzlich zwischen der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) entscheiden. Es gibt keine automatische Pflicht zur GKV.

    Bevor du dich für einen Wechsel entscheidest, solltest du aber prüfen, ob du in der Vergangenheit in der GKV warst, ob du Arbeitnehmer beschäftigst und wie deine Einkommenssituation aussieht. All das beeinflusst, welche Optionen realistisch für dich sind.

    Wichtig: Ein Wechsel in die PKV ist eine Entscheidung mit langfristiger Wirkung. Sie sollte nie überstürzt getroffen werden, sondern immer nach einer sorgfältigen Prüfung der persönlichen Situation.

    Für welche selbstständigen Handwerker kann sich die PKV lohnen?

    Die PKV ist keine pauschale Lösung für alle Selbstständigen. Aber für bestimmte Konstellationen kann sie finanziell und leistungsmäßig interessant sein. Ein paar typische Beispiele aus dem Handwerk:

    Junger selbstständiger Handwerker

    Wer mit Anfang 30 seinen Betrieb gründet, gesund ist und keine Familie versorgen muss, für den kann die PKV attraktiv sein. Junge Einsteiger zahlen in der PKV oft niedrigere Einstiegsbeiträge als in der GKV – weil der Beitrag nicht einkommensabhängig, sondern an Alter, Gesundheit und Tarif gekoppelt ist.

    Dazu kommt: Wer jung einsteigt, baut über Jahrzehnte Beitragsrückerstattungen auf und profitiert langfristig von günstigeren Konditionen.

    Gut verdienender Handwerksmeister

    Ein etablierter Meisterbetrieb mit hohem Jahresgewinn zahlt in der GKV schnell den Höchstbeitrag. Hier kann die PKV mit einem maßgeschneiderten Tarif deutlich günstiger sein – bei gleichzeitig mehr Leistung.

    Je höher das Einkommen, desto eher lohnt sich ein Vergleich, weil die GKV prozentual vom Einkommen berechnet wird, die PKV dagegen nicht.

    Alleinstehender Handwerksunternehmer

    Wer keine Familie versorgen muss, profitiert von der PKV, weil er nicht – wie in der GKV – für Ehepartner und Kinder mitbezahlt. In der GKV sind nicht-erwerbstätige Familienangehörige beitragsfrei mitversichert, in der PKV braucht jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag.

    Für Alleinstehende ohne Familienplanung fällt dieser Nachteil weg.

    Unternehmer mit langfristig hohem Einkommen

    Wer davon ausgeht, dass sein Betrieb auch in den nächsten Jahren gut läuft, kann die PKV langfristig planen. Stabile Einkommen sind wichtig, weil PKV-Beiträge nicht automatisch sinken, wenn der Gewinn mal schlechter ausfällt.

    Handwerker mit hohen Ansprüchen an Leistungen

    Wer Wert auf Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, freie Arztwahl oder schnellere Termine legt, findet in der PKV Tarife, die das abdecken. In der GKV sind solche Leistungen meist nicht enthalten.

    Wann ist die GKV möglicherweise die bessere Wahl?

    Die PKV ist nicht automatisch die bessere Wahl. Es gibt durchaus Situationen, in denen die gesetzliche Krankenversicherung für selbstständige Handwerker die sinnvollere Entscheidung ist.

    Mehrere Kinder bzw. Familienplanung

    Wer eine Familie gründet oder bereits mehrere Kinder hat, für den ist die GKV oft die bessere Lösung. Ehepartner und Kinder sind beitragsfrei mitversichert, solange sie kein eigenes Einkommen haben. In der PKV würde jeder Familienangehörige einen eigenen Beitrag kosten.

    Nicht dauerhaft hohes Einkommen

    Wer schwankende Einkünfte hat – etwa, weil der Betrieb saisonal arbeitet oder gerade in der Aufbauphase ist – für den kann die einkommensabhängige GKV flexibler sein. Sinkt das Einkommen, sinkt auch der GKV-Beitrag. In der PKV bleibt der Beitrag weitgehend gleich.

    Wunsch nach einkommensabhängigen Beiträgen

    Die GKV berechnet den Beitrag als Prozentsatz vom Einkommen. Das bedeutet: Wer weniger verdient, zahlt weniger. Für Handwerker mit ungewisser Einkommenssituation ist das ein echter Vorteil.

    Höheres Eintrittsalter

    Wer sich erst mit Mitte 40 oder später für die PKV entscheidet, zahlt deutlich höhere Einstiegsbeiträge. Die Alterungsrückstellung, die für stabile Beiträge im Alter sorgen soll, lässt sich in kurzer Zeit kaum noch aufbauen.

    Gesundheitliche Voraussetzungen

    Die PKV prüft bei Eintritt den Gesundheitszustand. Bei Vorerkrankungen können Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse entstehen. In der GKV gibt es diese Gesundheitsprüfung nicht.

    PKV vs. GKV für selbstständige Handwerker im Vergleich

    Um die Unterschiede auf einen Blick zu sehen, hilft ein direkter Vergleich der wichtigsten Merkmale:

    MerkmalGesetzliche Krankenversicherung (GKV)Private Krankenversicherung (PKV)
    BeitragssystemEinkommensabhängig, prozentual vom GewinnAbhängig von Alter, Gesundheit, Tarif und Selbstbeteiligung
    LeistungenEinheitlicher Katalog, gesetzlich festgelegtIndividuell wählbar, vom Tarif abhängig
    BeitragsentwicklungSteigt mit dem Einkommen und den gesetzlichen SatzänderungenSteigt tendenziell mit dem Alter und der Kostenentwicklung im Bestand
    FamilienversicherungEhepartner und Kinder beitragsfrei mitversichertJedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag
    GesundheitsprüfungKeineJa, bei Eintritt
    Freie Arzt- und TarifwahlGesetzliche Kassenärzte, Tarif festFreie Arztwahl, Tarif individuell gestaltbar
    KrankentagegeldBegrenzt, oft erst spät und gedeckeltIndividuell vereinbar, Höhe und Beginn wählbar
    Langfristige PlanungWeniger Vorhersehbarkeit, da einkommensabhängigHöhere Planbarkeit, aber Alterungsrückstellung nötig
    Rückkehr in die GKVGrundsätzlich möglich, aber oft schwierigRückkehr in die GKV für Selbstständige unter Bedingungen möglich
    PKV vs. GKV für selbstständige Handwerker – die wichtigsten Unterschiede im Überblick

    Die wichtigsten Unterschiede einfach erklärt

    Die GKV ist einkommensabhängig und sichert die ganze Familie beitragsfrei ab. Dafür sind die Leistungen festgeschrieben und das Krankentagegeld begrenzt.

    Die PKV ist individuell gestaltbar, bietet mehr Leistung und ein flexibles Krankentagegeld – kostet aber jeden Familienangehörigen extra und erfordert eine Gesundheitsprüfung. Die Entscheidung hängt also stark von deiner persönlichen Lebenssituation ab.

    Was kostet die PKV für selbstständige Handwerker?

    Es gibt keinen pauschalen PKV-Beitrag. Das ist einer der wichtigsten Punkte, die du verstehen musst, bevor du Vergleiche anstellst. Der Beitrag setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen:

    • Alter – je jünger du beim Eintritt bist, desto niedriger fallen die Einstiegsbeiträge aus.
    • Gesundheitszustand – Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder Ausschlüssen führen.
    • Leistungsumfang – ein Basis-Tarif ist günstiger als ein Komfort-Tarif mit Chefarzt und Einbettzimmer.
    • Selbstbeteiligung – eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Monatsbeitrag, erhöht aber dein persönliche Risiko.
    • Krankentagegeld – je höher und je früher es zahlen soll, desto teurer wird der Tarif.
    • Tarifwahl – ambulante, stationäre und Zahnleistungen können einzeln kombiniert werden.

    Vorsicht vor unseriösen Versprechen

    Angebote wie „PKV ab 99 €" sind unseriös. Sie verschweigen, dass sie nur minimale Leistungen abdecken und oft keine sinnvolle Absicherung für einen Handwerksbetrieb bieten.

    Wenn Beispielzahlen verwendet werden, müssen sie immer als Beispiel gekennzeichnet sein. Individuelle Beiträge können deutlich abweichen – je nach deiner Situation. Ein ernsthafter Vergleich berücksichtigt immer Alter, Gesundheit, Familienstand und gewünschte Leistungen.

    Besonders wichtig für Handwerker: Krankentagegeld

    Für selbstständige Handwerker ist das Krankentagegeld einer der wichtigsten Bausteine überhaupt. Warum? Weil du als Selbstständiger keine automatische Lohnfortzahlung wie ein Angestellter bekommst.

    Bist du krank, läuft der Betrieb weiter – aber das Einkommen kann ausbleiben. Mitarbeiter müssen bezahlt werden, Leasingraten für Maschinen laufen weiter, Miete für Werkstatt und Lager bleibt fällig. Ein längerer Ausfall kann die private und betriebliche Liquidität schnell belasten.

    In der GKV gibt es ein Krankengeld, das aber begrenzt ist und oft erst spät einsetzt. In der PKV kannst du Höhe und Beginn des Krankentagegeldes individuell vereinbaren – das ist für Handwerker ein entscheidender Vorteil.

    Höhe und Beginn richtig wählen

    Das Krankentagegeld sollte so bemessen sein, dass es deine laufenden privaten und betrieblichen Verpflichtungen abdeckt. Dabei geht es nicht um deinen Umsatz, sondern um das, was du zum Leben und zum Betriebserhalt brauchst.

    Auch der Leistungsbeginn ist wichtig: Je früher das Tagegeld zahlt, desto teurer der Tarif. Viele Handwerker wählen einen Beginn nach 14 bis 28 Tagen, um Beitrag zu sparen, aber nicht zu lange ohne Einkommen dazustehen.

    Beispiel: Ein Elektriker fällt mehrere Wochen aus

    Stell dir einen selbstständigen Elektriker vor, der sich bei einem Einsatz die Hand verletzt und mehrere Wochen nicht arbeiten kann. Seine Werkstatt läuft weiter, Mitarbeiter müssen bezahlt werden, Kundentermine fallen aus. Ohne Krankentagegeld würde er schnell in Liquiditätsengpässe geraten.

    Mit einem richtig eingestellten Krankentagegeld erhält er täglich einen vereinbarten Betrag und kann seinen Betrieb über die Ausfallzeit hinwegbringen. Genau das macht das Krankentagegeld für selbstständige Handwerker so wichtig – egal ob in GKV oder PKV.

    PKV im Handwerk: Nicht nur auf den Monatsbeitrag schauen

    Viele Handwerker vergleichen nur den Monatsbeitrag. Das ist ein Fehler. Ein günstiger Tarif ist nicht automatisch ein guter Tarif. Bei der Auswahl solltest du diese Punkte betrachten:

    • Ambulante Leistungen – Arztbesuche, Heilpraktiker, Medikamente, Überweisungen.
    • Stationäre Leistungen – Einbettzimmer, Chefarztbehandlung, Wahlkrankenhaus.
    • Zahnleistungen – Prophylaxe, Zahnersatz, Kieferorthopädie.
    • Selbstbeteiligung – wie hoch ist sie, und was bedeutet sie für dich im Schadenfall?
    • Krankentagegeld – Höhe, Beginn und Anpassung an dein Einkommen.
    • Beitragsentwicklung – wie stabil sind die Beiträge langfristig?
    • Tarifbedingungen – welche Leistungen sind fest zugesagt, welche optional?
    • Leistungsstärke – wie schnell und unkompliziert zahlt der Versicherer?
    • Nachversicherungsmöglichkeiten – kannst du später den Tarif anpassen, ohne neue Gesundheitsprüfung?

    Der günstigste Tarif ist nicht der beste

    Ein Tarif, der heute 50 € günstiger ist, kann in wenigen Jahren deutlich teurer werden – weil er keine stabile Alterungsrückstellung aufbaut. Wer langfristig denkt, achtet nicht nur auf den Einstiegsbeitrag, sondern auf die voraussichtliche Beitragsentwicklung über Jahrzehnte.

    Welche Nachteile kann die PKV für selbstständige Handwerker haben?

    Die PKV hat nicht nur Vorteile. Wer sie ernsthaft prüft, sollte auch die Nachteile kennen. Wir halten hier nichts zurück:

    • Gesundheitsprüfung – bei Vorerkrankungen kannst du Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse bekommen.
    • Mögliche Risikozuschläge – das kann den Beitrag deutlich verteuern.
    • Steigende Beiträge – mit dem Alter und der Kostenentwicklung im Bestand steigen die Beiträge tendenziell.
    • Keine kostenlose Familienversicherung – jeder Familienangehörige braucht einen eigenen Vertrag.
    • Rückkehr in die GKV – für Selbstständige unter bestimmten Bedingungen möglich, aber nicht immer unkompliziert.
    • Langfristige Bedeutung der Tarifwahl – einmal gewählt, ist ein Wechsel innerhalb der PKV oft nur mit neuer Gesundheitsprüfung möglich.

    Keine Panikmache – aber ehrlich

    Diese Punkte sollen dich nicht abschrecken. Sie sollen dir helfen, eine informierte Entscheidung zu treffen. Wer die Nachteile kennt, kann sie in der Planung berücksichtigen – und genau deshalb lohnt sich eine individuelle Prüfung statt einer pauschalen Empfehlung.

    PKV für Handwerksmeister: Ein Beispiel

    Schauen wir uns ein realistisches Beispiel an. Thomas, 34 Jahre, selbstständiger SHK-Meister, verheiratet, Jahresgewinn 75.000 €. Er überlegt, ob er von der GKV in die PKV wechseln soll.

    Welche Faktoren sprechen für die PKV? Thomas ist jung, gesund und gut verdienend. Sein Einkommen liegt deutlich über dem Durchschnitt, in der GKV zahlt er einen hohen Beitrag. Die PKV könnte ihm bei vergleichbarem Beitrag mehr Leistung und ein flexibles Krankentagegeld bieten.

    Welche Faktoren sprechen für die GKV? Thomas ist verheiratet. Falls seine Ehefrau nicht erwerbstätig ist, wäre sie in der GKV beitragsfrei mitversichert – in der PKV käme ein weiterer Beitrag hinzu. Auch eine mögliche Familienplanung würde die Rechnung verändern.

    Welche Fragen müsste Thomas vor einer Entscheidung beantworten? Ist seine Ehefrau erwerbstätig oder mitversichert? Plant die Familie Kinder? Wie stabil ist sein Einkommen langfristig? Welche Leistungen sind ihm wichtig? Wie hoch sollte sein Krankentagegeld sein?

    Wichtig: Wir behaupten nicht, dass Thomas definitiv in die PKV wechseln sollte. Sein Beispiel zeigt vielmehr, dass die Entscheidung von mehreren Faktoren abhängt – und nur eine individuelle Prüfung Klarheit schafft.

    Diese 7 Fragen solltest du dir vor einem PKV-Wechsel stellen

    Bevor du dich entscheidest, geh diese sieben Fragen ehrlich durch:

    • Wie alt bin ich? – Je jünger, desto eher lohnt sich ein früher Einstieg.
    • Wie stabil ist mein Einkommen? – Schwankende Einkünfte sprechen eher für die GKV.
    • Wie sieht meine Familienplanung aus? – Kinder und nicht-erwerbstätige Partner sprechen für die GKV.
    • Wie ist mein Gesundheitszustand? – Vorerkrankungen können die PKV verteuern.
    • Welche Leistungen sind mir wichtig? – Chefarzt, Einbettzimmer, freie Arztwahl sprechen für die PKV.
    • Wie hoch sollte mein Krankentagegeld sein? – Für Handwerker oft der wichtigste Baustein überhaupt.
    • Wie sieht meine langfristige finanzielle Planung aus? – Die PKV braucht langfristige Stabilität.

    Fazit: Für wen lohnt sich die PKV als selbstständiger Handwerker?

    Die PKV kann für bestimmte selbstständige Handwerker eine interessante Lösung sein – sie ist aber keine pauschale Sparlösung. Entscheidend sind nicht nur der aktuelle Monatsbeitrag, sondern auch der Leistungsumfang, dein Gesundheitszustand, deine Familienplanung, dein Einkommen, das Krankentagegeld und deine langfristige finanzielle Perspektive.

    Wer jung, gesund, gut verdienend und ohne große Familienplanung ist, für den kann die PKV finanziell und leistungsmäßig attraktiv sein. Wer Familie hat, schwankende Einkünfte oder gesundheitliche Einschränkungen, für den ist die GKV oft die sicherere Wahl.

    Genau deshalb gibt es keine pauschale Empfehlung. Eine individuelle Prüfung deiner Situation ist der einzige Weg, um herauszufinden, was wirklich zu dir passt. Weitere Grundlagen zur Absicherung findest du in unserem Überblick über Versicherungen für Handwerksbetriebe und im Beitrag zur Mitarbeiterabsicherung.

    Du bist selbstständiger Handwerker und möchtest wissen, ob die PKV zu deiner persönlichen Situation passt? Über unseren Versicherungscheck kannst du deine Situation unverbindlich prüfen lassen und herausfinden, welche Optionen für dich infrage kommen.

    Häufige Fragen zur PKV für selbstständige Handwerker

    Häufige Fragen

    Kann ich als selbstständiger Handwerker in die PKV wechseln?

    Ja, grundsätzlich können voll selbstständige Handwerker zwischen der freiwilligen GKV und der PKV wählen. Es gibt keine automatische Pflicht zur GKV. Voraussetzung ist, dass du nicht mehr als Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt bist. Ein Wechsel sollte aber immer nach einer individuellen Prüfung erfolgen.

    Was kostet eine PKV für Selbstständige?

    Es gibt keinen pauschalen PKV-Beitrag. Der Beitrag hängt von Alter, Gesundheitszustand, Leistungsumfang, Selbstbeteiligung, Krankentagegeld und Tarifwahl ab. Unseriöse Angebote wie „PKV ab 99 €" verschweigen, dass sie nur minimale Leistungen abdecken. Ein ernsthafter Vergleich berücksichtigt immer deine individuelle Situation.

    Ist die PKV für junge Handwerker günstiger?

    Für junge, gesunde Handwerker ohne Familienplanung kann die PKV bei vergleichbarem Leistungsumfang günstiger sein als die GKV – weil der Beitrag nicht einkommensabhängig ist. Wer jung einsteigt, baut zudem langfristig Beitragsrückerstattungen auf. Ob das in deinem Fall zutrifft, hängt aber von mehreren Faktoren ab.

    Kann ich als Selbstständiger jederzeit zurück in die GKV?

    Eine Rückkehr in die GKV ist für Selbstständige unter bestimmten Bedingungen möglich, aber nicht immer unkompliziert. Wer einmal in der PKV ist, sollte damit rechnen, dass ein Wechsel zurück mit Einschränkungen verbunden sein kann. Deshalb ist die Entscheidung langfristig zu sehen.

    Was passiert mit meiner PKV, wenn mein Einkommen sinkt?

    In der PKV bleibt der Beitrag weitgehend gleich, auch wenn dein Einkommen sinkt. Das ist ein wichtiger Unterschied zur GKV, wo der Beitrag einkommensabhängig ist. Wer schwankende Einkünfte hat, sollte das bei der Entscheidung berücksichtigen – die GKV ist hier oft flexibler.

    Brauche ich als selbstständiger Handwerker ein Krankentagegeld?

    Für selbstständige Handwerker ist das Krankentagegeld besonders wichtig, weil es keine automatische Lohnfortzahlung gibt. Ein längerer Ausfall kann die betriebliche und private Liquidität belasten. In der PKV lassen sich Höhe und Beginn individuell vereinbaren – das ist für Handwerker ein entscheidender Vorteil.

    Ist die PKV für Handwerker mit Familie sinnvoll?

    Für Handwerker mit Familie ist die GKV oft die bessere Wahl, weil Ehepartner und Kinder beitragsfrei mitversichert sind. In der PKV braucht jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag. Ob die PKV trotzdem sinnvoll sein kann, hängt vom Einzelfall ab – etwa, wenn der Partner selbst gut verdient.

    Worauf sollte ich bei einem PKV-Tarif achten?

    Nicht nur auf den Monatsbeitrag. Wichtig sind ambulante und stationäre Leistungen, Zahnleistungen, Selbstbeteiligung, Krankentagegeld, Beitragsentwicklung, Tarifbedingungen und Nachversicherungsmöglichkeiten. Der günstigste Tarif ist nicht automatisch der beste – langfristige Stabilität ist wichtiger als ein niedriger Einstiegsbeitrag.

    Lassen Sie Ihren Betrieb prüfen.

    In wenigen Minuten. Kostenlos. Unverbindlich.

    Weitere Beiträge

    Vorsorge

    Altersvorsorgedepot für Handwerker – Vermögen aufbauen statt nur auf die Rente hoffen

    Warum die gesetzliche Rente allein oft nicht reicht und wie ein Altersvorsorgedepot Handwerkern hilft, langfristig Vermögen aufzubauen.

    5 Min.Lesen
    Vorsorge

    Berufsunfähigkeit für selbstständige Handwerker: Was passiert, wenn du nicht mehr arbeiten kannst?

    Ein Unfall, eine Krankheit – und der Betrieb steht still. Warum die Berufsunfähigkeitsversicherung für selbstständige Handwerker so wichtig ist und worauf du beim Abschluss achten solltest.

    9 Min.Lesen
    Vorsorge

    bAV im Handwerk: Vorteile für Arbeitgeber

    Was die betriebliche Altersvorsorge für Handwerksbetriebe wirklich bringt – welche Vorteile Arbeitgeber haben, welche Durchführungswege es gibt und warum bAV mehr ist als nur ein Mitarbeitergeschenk.

    9 Min.Lesen
    Vorsorge

    Rentenlücke bei Selbstständigen im Handwerk: Was passiert, wenn die Rente nicht reicht?

    Die gesetzliche Rente reicht für selbstständige Handwerker meist nicht aus. Was die Rentenlücke ist, wie groß sie ausfällt und wie du sie mit der richtigen Vorsorge schließt – ohne Versicherungsdeutsch.

    11 Min.Lesen